Liebe Leserin, lieber Leser,

Jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel seine Stunde, so beginnt ein bekannter Text aus dem Buch des Prediger Salomos im Alten Testament. Da wird das Werden und Vergehen, das Säen und Ernten, das Leben an sich zum Thema gewählt. Die Puhdys haben aus diesen Versen einen Song gemacht, der „Wenn ein Mensch lebt“ heißt. Bestimmt haben Sie den schon gehört.

Jegliches hat seine Zeit, auch die Pause ergänze ich mal. Im Sommer ist Urlaubszeit und viele von uns fahren irgendwo hin, um mal abzuschalten und aus dem Alltag heraus zu kommen. Das ist eine tolle Sache für Leib und Seele. Manchmal gleicht aber auch der Urlaubsplan mit seinen Erwartungen und den auf der Liste stehenden Sehenswürdigkeiten, die zu besichtigen sind, einer Art verändertem Arbeitsplan. Urlaub ist nicht immer gleich Pause. Es scheint mir wichtig, welche Art von Entspannung der Mensch grundsätzlich braucht. Denn für uns alle ist Pause machen auch im Tagesrhythmus wichtig. Die Eiligkeit und Fülle der Aufgaben, die uns antreiben, verlangen jedem einzelnen viel Kraft ab. Und manchmal hilft eine Pause uns dabei, die Lage neu zu sondieren und gelassener mit den Erledigungen umzugehen.

In Japan gibt es ein Sprichwort: Wenn du es eilig hast, gehe langsam, wenn du es noch eiliger hast, mache einen Umweg.

Darüber kann man mal nachdenken, vielleicht im Urlaub oder auf der Bank, die stellvertretend für alle Ruhepunkte auf unserem Gemeindebrief zum Verweilen einlädt. Ich wünsche Ihnen nicht nur für die Sommerzeit Atempausen, die Ihnen Energie und Freude schenken. Auch unsere Kirchenbänke laden Sie herzlich ein, Platz zu nehmen und in einer Pause über Gott und die eigene Welt nachzudenken.

Etliche Verse weiter heißt es bei Salomo: So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dieses Tun hat Gott schon längst gefallen.

Herzlichst Ihre Pastorin Petra Bockentin

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